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All unsere Schüler wissen, dass Seemannschaft bei uns großgeschrieben wird! Nun sind wir noch einen Schritt weitergegangen und sind offizieller Pate des Wortes "Seemannschaft" und verpflichten uns es oft zu benützen und es vor Mißbauch und Verdrängung zu behüten. Das fällt uns leicht, da gute Seemannschaft in unserer Ausbildung schon immer eine wichtige Rolle spielt!
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Vor ein paar Jahren hat der Bodensee-Segler Verband (BSVb) mit Kooperationspartnern zusammen eine Aktion zum Thema "Seemannschaft" ins Leben gerufen, die aber leider schon wieder etwas verebbt ist. Nichts desto trotz, möchten wir an dieser Stelle gerne nochmals darauf hinweisen:
Aller Anfang ist schwer, und Seemannschaft lernt man nur in der Praxis. Der erste Schritt ist schon getan, wenn man jeden Törn, jedes Manöver umsichtig und vorausschauend angeht, statt überstürzt und unüberlegt. Plane Dein Vorgehen, halte Alternativen parat, bereite Crew und Boot vor. Dann erweist Du Dich bei allen anderen schnell als souveräner Skipper.
Der Umgang mit Booten, die richtigen Manöver und Verhaltensweisen auf dem Wasser sind über Jahrhunderte entstanden. Wer sich Gepflogenheiten aneignet, fährt gut und sicher. Sie sind ein Bestandteil guter Seemannschaft. Manches davon ist gesetzlich vorgeschrieben wie z. B. die Vorfahrtsregeln, andere Vorschriften sind ungeschriebenes Gesetz.
Kameradschaftlicher Umgang miteinander und Hilfsbereitschaft zählen seit Generationen zu Seemannschaft dazu. Man hilft dem anderen nicht nur in der Not, auch im Hafen macht es sich gut, wenn man dem Boot hilfreich zur Seite steht. Als Gast andererseits verhält man sich entsprechend gegenüber seinen Gastgebern und anderen Wassersportlern. Ein gutes Miteinander erleichtert und erhöht für alle den Freizeitgenuss.
Wind und Wetter bestimmen den Wassersport. Aus einem lauen Sommerwind kann am Bodensee schnell ein gefährlicher Gewittersturm werden. Der schnelle Wechsel ist die eigentliche Gefahr des Sees. Wer Wolken und andere Zeichen beobachtet, die Stark wind- und Sturmwarnung berücksichtigt und sich vor Fahrtantritt mit einem Wetterbericht versorgt ist auf der sichern Seite. Wird man trotzdem einmal überrascht, gehören das Anlegen der Rettungswesten, Reffen oder das Anlaufen eines sicheren Hafens zu den Pflichten eines guten Seemanns.
Wer in einen Hafen einfahren möchte, orientiert sich zuerst, ob der Hafen für Gäste frei- gegeben ist. Für das Hafenmanöver wird das Boot klariert und vorbereitet, Fender provisorisch befestigt und auf Deck bereit gelegt. Sofern der Hafen im Ausland liegt, wird bereits bei der Einfahrt die Gastlandflagge unter der Steuerbordsaling gesetzt. Die Anfahrt des Hafens (falls keine andere Verkehrsleitung vorhanden ist) erfolgt in einem Winkel von neunzig Grad zur Uferlinie. Die Geschwindigkeit ist auf max. 10 km/h (Bodensee-Schifffahrts-Ordnung - BSchO) reduziert. Sobald wir die Einfahrt erreicht haben, reduzieren wir die Geschwindigkeit auf max. 3 Knoten (ca.5,5 km/h), auch wenn kein Schild dies ausdrücklich fordert. Gemäss Art. 6.10 der BSchO gewähren wir den ausfahrenden Schiffen Vortritt.
Auch im Hafen grüsst nur eine Person an Bord, nämlich der Rudergänger, und nur er unterhält sich im Bedarfsfall und mit angemessener Stimme mit anderen Personen. Sofern wir das System der Liegeplatzvergabe im Gasthafen nicht bereits kennen, orientieren wir uns über das Vorgehen zur Belegung eines Platzes ( z.B. grüne/rote Tafeln, Anlegen am Steg des Hafenmeisters zur Zuteilung eines Gastliegeplatzes). Sollte der Hafenmeister nicht präsent sein, so suchen wir uns einen zur Übernachtung freien Liegeplatz, der für die Grösse des Bootes angemessen ist. Manöver werden ruhig und ohne Stimmaufwand durchgeführt. Das Boot wird in jedem Fall mit eigenen Festmachern belegt und mit ausreichend Fendern gesichert. Nachdem das Boot klariert ist, folgt der Gang zum Hafenmeister, um sich anzumelden und die Liegegebühr zu bezahlen.
Im Hafen verhalten wir uns zivilisiert und beachten die Hafenordnung. Dazu gehört auch die entsprechende Kleidung. Beim Hafenrundgang z.B. sind Shorts und ein T-Shirt Pflicht. Ein T-Shirt versteckt nicht nur den Bauch, es ist auch Schutz vor Sonne und UV-Belastung, die Bootsschuhe schützen Zehen vor Verletzungen durch Splitter oder scharfe Gegenstände. Denn der Hafen ist kein Freibad. Kleide Dich entsprechend.
Bitte unbedingt beachten: Müll wird in der vom Hafenbetreiber vorgegebenen Art (z.B. Mülltrennung) entsorgt.